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Donnerstag, 16. Januar 2014

Indienabend

Liebe Indienfans,

Auch wenn es schon fast etwas spät dazu ist wünschen wir Euch ein Frohes Neues Jahr 2014!

...in der Schule sind wir schon wieder voll im Alltag und auch in Sachen INDIEN wirds bald wieder ereignisreich,

am Samstag, 22. Februar und Sonntag 23. Februar findet unser Indienabend statt!

zu diesem besonderen Anlass wollen wir Sie alle ganz herzlich einladen!
 
An diesem Abend ist das AVG keine Schule mehr, wir verwandeln es in ein kleines Indien, mitten in Trier.
Es erwartet Euch, leckeres indisches Essen, heißer Chai-Tee, die beste Auswahl unserer Fotos, zahlreiche Reiseerzählungen der Gruppe und ein zum verwechseln ähnliches Indien!
 
Also los, Terminkalender raus und vormerken!
 
Nähere Informationen zu Uhrzeit und Eintrittskarten folgen, online sowie durch Elternbriefe der Schule.
 
Wir freuen uns schon sehr, vor allem darauf, unsere unvergesslichen 4 Wochen mit Euch zu teilen! 
 
 

 

Dienstag, 10. Dezember 2013

Tag der Menschenrechte

Liebe Indienfans!

Heute ist Tag der Menschenrechte. Das bedeutet für Amnesty International und alle anderen großen Menschenrechtsorganisationen, auf die kritische Betrachtung der Situation aller Menschen weltweit aufmerksam zu machen. Auch wir am AVG in Trier wollen diesen Tag nicht einfach so verstreichen lassen. Einige Schüler verkaufen Kuchen für die Opfer der Naturkatastrophe auf den Phillippinen, wir als Indiengruppe erzählen in 5. Klassen von unseren Erlebnissen der Reise und dem Projekt und die Lehrer versuchen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ins Bewusstsein zu rufen.
Für uns scheint es das normalste von der Welt zu sein, seine Meinung zu äußern, in die Schule zu gehen und eine Grundversorgung mit genügend Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu genießen.

"Einem Menschen seine Menschenrechte verweigern bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten"   
- Nelson Mandela -

Um mit diesen Gedanken ins neue Jahr zu starten, gibt es wie jedes Jahr den "Indienkalender", der für jede Woche ein Bild der letzten Indienreisen aufdeckt.
Kaufen kann man den Kalender im Sekretariat unserer Schule zum Preis von 8 Euro. Der Erlös kommt selbstverständlich dem Indienprojekt zu Gute!

Wir wünschen euch allen eine schöne und menschliche Adventszeit!




Mittwoch, 6. November 2013

Die Reise ist vorbei - Das Projekt geht weiter

Schon fast eine Woche ist jetzt vergangen, seit wir alle mehr oder weniger gesund in der Heimat gelandet sind. So langsam finden wir den Weg zurück in unser deutsches Leben, auch wenn unsere Gedanken ein bisschen länger brauchen und noch oft in Indien sind.
Niemand der mit uns in Indien war kann leugnen, wie vergleichsweise leicht man sich wieder an den Luxus gewöhnt den Deutschland zu bieten hat und wie sehr wir es eigentlich vermisst haben. Trotzdem hat uns alle die Reise geprägt und wir können kaum aufhören zu erzählen. Die Frage "Würdest du eine solche Reise noch einmal machen?" ist schwer zu beantworten, dennoch würden wahrscheinlich die Wenigsten von uns "Nein" sagen.

Wir haben viel geredet und überlegt und uns ist besonders aufgefallen wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit für unser Indienprojekt ist. Weil ihr als Leser unseres Blogs wahrscheinlich (oder hoffentlich?!) alle an Indien, der Kultur, weiteren Reisen und natürlich dem Projekt selbst interessiert seid, wollen wir versuchen alle neuen Infos und Aktionen (Indienabend, UNESCO-Projekt Tag, Herbstfest, ...) über diesen Blog öffentlich zu machen, euch einzuladen und neue Indienfreunde zu gewinnen!

Zum gleichen Zweck möchten wir die Möglichkeit geben die Neuigkeiten im Blog auch über einen Newsletter per e-Mail zu erhalten. Dieser würde im Abstand von einem Monat versandt werden, immer dann, wenn es wichtige Neuigkeiten gibt.
Bei Interesse also einfach eine leere Mail (mit Betreff: Newsletter) an die folgende e-mail Adresse:

avggoesindia@gmail.com

...und ihr habt ein kleines Stück Indien abonniert!

So halten wir euch auf dem Laufenden was das Indienprojekt angeht und hoffen auf tatkräftige Unterstützung!

Ein großes Dankeschön euch allen, die uns während der Reise begleitet haben, wir hatten ein kleines Stück Heimat bei uns! :-)

Ganz liebe Grüße!


PS: Übrigens könnt ihr auch immer problemlos Fragen oder Anregungen per e-mail an uns schicken, die wir gerne beantworten!

Montag, 28. Oktober 2013





Cowdalli-Endlich das Projekt mit eigenen Augen sehen

Lachende Kinder, das Geraeuch vieler kleiner trippelnder Fuesse, Saris in tausend bunten Farben schwingen beim Tanz, Paukenschlaege, Gesaenge,frisches indisches Essen und gute Laune. Das sind nur einige Eindruecke, die uns in Cowdalli erfassten und uns so schnell wohl nicht mehr loslassen werden.
Fuer uns als Indien-Reisegruppe war der Besuch der St Anthony"s School sehr beruehrend.
Bei unserer Ankunft Donnerstagnachmittag wurden wir herzlich begruesst und bekamen Jasmin-Blumenketten geschenkt. Kurz darauf wurde uns unser "Schlafzimmer", ein leerer Klassenraum im College, gezeigt, wo wir alle zusammen schliefen.
"Hi, what is your name", war wohl die Frage, die uns am naechsten Tag am haeufigsten gestellt wurde, denn nach einem leckeren Fruehstueck durften wir selbststaendig durch die Klassen gehen und unsere mitgebrachten Buttons verteilen. Diese wurden auch mit grosser Freude entgegengenommen und fleissig getauscht. . Mit den in etwa gleichaltrigen College Schuelerinnen und Schuelern  konnten wir uns sogar, dank der guten Englisch-Kenntnisse, relativ lange unterhalten.
Je juenger die Kinder wurden, desto komplizierter wurde jedoch auch die Kommunikation, aber dazu hat man ja Haende und Fuesse und ein Laecheln sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte.
Waehrend unseres Rundgangs bekamen wir auch das verwirklichte Computerraum-Projekt zu sehen, dass den Schuelern nun die Moeglichkeit gibt, zu lernen mit der Technik umzugehen.
Mittags fing  dann das Programm auf der Buehne an, aufgefuehrt von den ganz Kleinen (Vorschule) bis hin zum Collegealter. Die Taenze und Gesaenge begeisterten und rissen uns wirklich mit.
Unser Beitrag  bestand aus Liedern und einem Tanz zu "Jailhouse Rock" von Elvis, bei der sich Anna und Julius barfuss so verausgabten , dass sie ihre Brandblasen kuehlen mussten.
Nach der Tanzeinlage bekamen wir zum Dank fuer die Unterstuetzung der Schule alle einen Sari geschenkt, in den uns einige Inderinnen sofort einwickelten. Die Jungs bekamen indische Maennerkleidung, weisse Lunghis, geschenkt.
Nach dem Programm gab es noch Tee und Bananen, die wir gemeinsam mit dem Lehrerkollegium und Father Christopher zu uns nahmen. Interessant war der Austausch mit den Lehrerinnen und Lehrern, die auch untereinander sehr locker und harmonisch wirkten.
Am spaeten Nachmittag gingen wir noch etwas durch das Dorf spazieren, begleitet von einer Horde Kinder.
In Cowdalli leben ueberwiegend Hindus und Muslime, aber auch Christen.
Zurueck in der Schule reflektierten wir zusammen auf dem Dach des Colleges unsere Erlebnisse in Cowdalli.
Wir kamen zu der Uebereinstimmung, dass der Aufenthalt in der Schule sehr schoen war und es vor allem interessant war, das Projekt, von dem am AVG staendig die Rede ist, endlich mit eigenen Augen zu sehen.
Besonders gut hat uns die lockere, herzliche und ungezwungene Atmosphaere vor Ort gefallen.
Es wurde noch einmal klarer warum es sich lohnt, Projekte in Indien wie Cowdalli zu unterstuetzen.
Unser Abreisetag bestand aus der samstaeglichen Assembly, wobei alle Schuellerinnen uns Schueler streng in Reihen aufgestellt, verschiedenen Uebungen durchfuehrten.
Dann hiess es zusammenpacken und wieder Abschied nehmen, von Cowdalli und den Menschen dort.
 

Templerun in Hampi

Als pünktlich um 6:15 in aller Herrgottsfrühe in Gokana erst zehn von sechzehn Leuten am Treffpunkt waren, schien irgendetwas im Busch zu sein. Und genau das war der Fall. Sechs Leute waren noch friedlich am schlafen, weil aus ominösen Gründen die Wecker nicht funktioniert haben, oder die Ohrstöpsel zu fest saßen, oder die anderen nicht fest genug gegen die Türen gehämmert haben. Wie auch immer, der Bus fuhr um 6:45 am Busbahnhof, 15 Minuten Fußmarsch, und die Rucksäcke waren selbstverständlich noch nicht gepackt. Extrem genervt hat Herr Anton dann auf uns, ähm ich meine auf die verspäteten Nachzügler, gewartet und tatsächlich haben wir den Bus noch gerade so erwischt. Was kaum jemand von uns ahnte: uns standen mit nüchternem Magen elf Stunden Busfahrt bevor.

Randnotiz und Definitionen:
Busfahren in Deutschland [bʊs ˈfa:rən ɪn dɔytʃlant] - Gemütlich auf einem eigenen Sitz hocken und etwas Musik hören während man auf der Autobahn bei 130 km/h schläft...
Busfahren in Indien  [bʊs ˈfa:rən ɪn ˈɪndiən] - Mit 50 km/h und Zwischenstopp bei jedem Misthaufen über "Straßen" fahren, die verfallenen deutschen Waldwegen ähneln. Dabei von zwanzig Indern nach Herkunft, Namen, Namen der Eltern und Großeltern und Neffen und Nichten und Tanten ausgefragt werden, während im Hupkonzert der anderen Verkehrsteilnehmer auch Ohrstöpsel wenig effektiv sind.. Da ist keine Gelegenheit für ein kleines Nickerchen!

Elf Stunden und zehn verzweifelte Wutanfälle später kamen wir dann, mit Zwischenstopp in Hospet, in Hampi an. Im Gegensatz zu vielen anderen indischen Städten ist Hampi nicht voll mit Bussen, Rickshaws, Autos und Motorrädern. Das Hampi, das man heute kennt, ähnelt mehr einem archäologischen Großraum, in dem eine kleine Siedlung von 2000 Einwohnern angelegt worden ist, was seinen ganz eigenen Reiz hat. Am ersten Abend waren wir alle sehr gerädert und lediglich noch zusammen in einem tibetanischen Rooftop-Restaurant essen.
Am nächsten Tag war dann Kulturprogramm angesagt, denn unseren Tourguide Mrs. Ehmer hatten wir immer dabei. Hampi war vom 13. bis 16. Jhd. die Hauptstadt des Königreiches Vijayanagar, das als ursprüngliches Tierreich stets heftig von verschiedensten Herrschern umkämpft war. Der allseits spürbare Drang zur Machtrepräsentation ist auch hier unübersehbar. Wir haben drei von vier großen Tempelanlagen besichtigt, von denen eine sogar teilweise unterirdisch gebaut wurde.
Die Landschaft des ehemaligen Großreiches, das einst fast ganz Südindien beherrschte,  ist wirklich wunderschön, weshalb die indische Regierung beschlossen hat, dieses Kulturerbe nach den Richtlinien der UNESCO gänzlich von modernen, störenden Gebäuden zu "bereinigen" und das 26 Quadratkilometer große Gelände zu einem historischen Park umzugestalten, den man als Tagestourist besuchen kann.
Dies führt jedoch dazu, dass die besagten 2000 Einwohner ihr Zuhause verlieren werden und an einem anderen Ort weiterleben müssen, was man auch am Handelswillen der Händler deutlich gemerkt hat, der teilweise einem deutschen Summersale gleichte.
An einem so touristischen Ort ist die Gefahr von Überfällen, Diebstählen und Kriminalität generell enorm hoch, der wir letztlich auch zum Opfer fielen. Wenn auch keine Menschen uns beklaut haben, wurden wir von hungrigen Affen überfallen, die, ohne Opfer zu scheuen, unsere Bananen klauten, was jedoch mehr lustig als schlimm war, zumal unser gesamter Mülleimer mitsamt Bananen- und Ananasresten auch mit Elan und von Hunger angetrieben geplündert wurde. Dreiste Viecher!
Vor einer Sehenswürdigkeit haben wir dann lustigerweise alte Bekannte getroffen - drei Französinnen, die in Kumily im selben Hotel wie wir untergekommen sind. Dass sie uns in Kumily furchtbar damit genervt haben, dass sie nachts um 0 Uhr vor unserem Zimmer in französischem Brüllton telefonieren mussten, war schon wieder vergessen und sie machten netterweise ein paar Gruppenfotos von uns, auf denen Herr Anton aka. Sri Hermann auch mal zu sehen ist... Welch ein Wunder!
Zusammenfassend ist in Hampi an sich gesehen nicht wirklich viel passiert. Wir hatten relativ entspannte Tage, 25°C kalten Regen und viel Kulturprogramm.
Jedoch ereignete sich eine Aktion, die als Beispiel für die täglichen Dilemmata Indiens dienlich ist.
Auf der Straße vor unserem Hotel hat Anne einen 100Rs-Schein gefunden. (entspricht 1,30 Euro für uns, aber einem Tageslohn für einen Inder -> kein kleiner Betrag!) Sie hat ihn aufgehoben und wollte in der Gruppe fragen, ob ihn jemand verloren habe. Jedoch stand prompt ein indisches Kind, das Postkarten und Schmuck verkauft, vor ihr und behauptete felsenfest, es habe den Schein gerade im Moment verloren.

Die Frage: Was tun? Dem Kind den Schein geben, mit dem Hintergedanken, dass es ihn an den Vater oder einen Großhändler abgeben muss? Den Schein behalten? Warum? Warum nicht? Gerne könnt ihr und können Sie die Kommentarfunktion unter dem Beitrag für Meinungen dazu benutzen!

Nach zwei ganzen Tagen Hampi machten wir uns dann um 19 Uhr abends auf den Weg zum Bahnhof in Hospet (ca. 12km), um mit dem Nachtzug zehn Stunden nach Bengalore, dann vier Stunden mit dem Bus nach Kollegal und schliesslich wieder zwei Stunden mit dem Bus nach Cowdalli, dem zentralen Dreh- und Angelpunkt unserer Reise, zu fahren. Doch dazu gibt es sicherlich in Kürze mehr zu lesen!

An dieser Stelle möchten wir noch kurz eine weitere kleine Beobachtung in den Cyberraum werfen:
Bus und Bahn sind stets gut besucht und komplett gefüllt. Wir sind so gut wie immer die einzigen Nichtinder und wirklich immer die einzigen mit Gepäck. Nun fahren die Busse und Züge jedoch nicht eine halbe Stunde ins nächste Dorf sondern vier, sechs, acht, zehn Stunden durch halb Südindien. Wir haben feste Ziele, reisen mit unserem Gepäck und bleiben einen Tag oder zwei damit in der Zielstadt. Aber die Inder fahren stundenlang durch die Gegend, ohne auch nur eine kleine Tasche dabeizuhaben.
Die Frage: Wohin fahren die Inder?
Unsere Antwort? Wir haben keinen blassen Schimmer!

In diesem Sinne,
ganz ganz liebe Grüße in unserer letzten Woche hier.
An alle Lehrer und Schüler: Einen guten Schulstart (auch wenn es jetzt schon etwas spät ist) und viel Spaß!
Bis bald,
Eure Indienreisegruppe